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Elefanten berühren: Reflexionen aus Sri Lanka

Elefanten berühren: Reflexionen aus Sri Lanka


Botschafter Nathan Myers reflektiert seine Reise nach Sri Lanka.

Eine Stunde vor dem Flugzeug nach SRI LANKA rollte mein Taxi auf diesem riesigen Elefanten, der gerade am Straßenrand stand. "Hör auf", sagte ich. Der Fahrer blieb mitten auf der Straße stehen. Keine anderen Autos in Sicht. Rohe Natur in alle Richtungen. Und dieser unglaubliche Elefant, der uns nur anstarrt.

Ich habe ein paar Fotos gemacht - der Elefant bewegte sich keinen Zentimeter. Also gab ich die Kamera an den Fahrer weiter und näherte mich ihr langsam, einen nervösen Schritt nach dem anderen. Augenblicke später stand ich dieser alten Kreatur gegenüber. Seine traurigen dunklen Augen und höhlenartigen Falten. Tausend Jahre, so fühlte es sich an. Ich legte meine Hand auf die Stirn. Nur für eine Sekunde. Eine Sekunde, die den Rest meines Lebens dauern würde. Erschrocken. Ehrfurcht. Verblüfft. Dafür gibt es keine Worte.

Und als ich wieder ins Auto stieg, sagte mein Fahrer: "Bitte, mach das nie wieder." Er gab mir das indische Wackeln des Kopfes von Seite zu Seite, das bedeutet so viele Dinge und nichts auf einmal. "Sie könnten getötet worden sein", fuhr er fort.

Er war ein schrecklicher Fotograf, dieser Taxifahrer. Aber es war egal.

Zwei Wochen später habe ich Dutzende wilder Elefanten gesehen und noch mehr Geschichten gehört. Geschichten darüber, wie sie Autos umkippen, die Insassen zerschlagen und sogar Panzer aufhalten. Panzer! Es gab Krieg in Sri Lanka und es gibt Elefanten.

Meine letzte Nacht verbrachte ich in dieser schmutzigen Stadt Colombo. Eine Stadt mit Stacheldraht- und Maschinengewehranlagen, in der die Soldaten bleiben, obwohl alle sagen, der Krieg sei vorbei. Die Spannung schwebt wie die klebrige Hitze. Ich wollte Fotos von den Soldaten machen, aber als ich meine Kamera hob, hob der Soldat als Antwort sein Maschinengewehr. Schlechte Idee. Richten Sie die Dinge hier nicht auf die Soldaten. Der Krieg ist vorbei, aber die Kugeln leben weiter.

Ich saß in einem Park und sah zu, wie sie eine Flagge neben dem Meer und der untergehenden Sonne senkten. Die Promenade war voller Aktivität. Kinder spielen Schlagzeug. Uniformierte Schulmädchen, die Hände halten und Lieder singen. Zuckerwatte und Falafel. Ein Mann verkaufte Ponyreiten. Und dann wurde dieser in Ketten gekleidete Elefant am Ufer entlang geführt. In Zirkuskleidung und den traurigsten dunklen Augen, die ich je gesehen habe. Sie standen am Straßenrand vor einem großen Hotel und schüttelten eine Blechdose für Touristenmünzen und Fototermine. Ich gab meine Kamera einem jungen Einheimischen und zeigte ihm einen Moment, wie man zielt und den Knopf drückt. Eine Kamera, die vielleicht mehr wert ist als sein Haus. Er könnte fünf oder sechs gewesen sein. Sein Vater stand in der Nähe und sah zu. Lächelnd.

Ich ging hinüber und legte meine Hand auf die Stirn des mächtigen Elefanten. Nochmal. Diesmal länger. Ich schloss die Augen und versuchte eine Nachricht zu übermitteln. Um meine Angst zu begraben und nur Liebe in sein gefesseltes Herz zu drücken. Es tut mir leid, sagte ich.

Der Junge machte ein gutes Foto. Besser als der Taxifahrer. Aber es ist der erste Elefantenmoment, der mir in Erinnerung bleibt. Den habe ich vermisst. Der, der mich fast umgebracht hätte. So erinnere ich mich an Sri Lanka.

1

Junge Fotograf

Dieser Junge schoss das Foto von mir, wie ich den Elefanten berührte. Und als er herausgefunden hatte, wie man mit der Kamera arbeitet, viele andere.

2

Elefant im Feld

Der Anblick wilder Elefanten entlang der Straße wurde nie alt. Sri Lanka besitzt auch einige der massereichsten alten Bäume, die ich je gesehen habe.

3

Elefantenkommunikation

Eher eine Erinnerung als ein Foto - ich habe versucht, dem Elefanten mental etwas Positives zu vermitteln. Vielleicht ist das kitschig ... Ich war zu diesem Zeitpunkt schon eine Weile alleine unterwegs.

4

Unvergesslicher Moment

Im Ernst, eine Stunde vor dem Flugzeug schoss mein Taxifahrer dieses Foto am Straßenrand. Wahrscheinlich nicht die klügste Entscheidung, aber eine, die ich nie vergessen werde.

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Elefanten Nahaufnahme

Sie sagen, Elefanten vergessen nie ... was macht sie so unvergesslich?

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In mit der Familie

Mein Kameraobjektiv ist nur 50mm. Für diesen Moment zwischen Mutter und Tochter bin ich praktisch ein Teil der Familie. Versuchen Sie das nicht zu Hause.

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Colombo Sonnenuntergang

Mein letzter Sonnenuntergang in Colombo, etwas Symbolisches an diesen Soldaten, die ihre Flagge senkten. Außerdem war es das erste Mal, dass ich keine Probleme hatte, das Militär zu fotografieren.


Schau das Video: Elefant im Yala Nationalpark Sri Lanka